Motorradhelm Ratgeber – Alles über Motorradhelm und Co!

So gehen Sie bei der Wahl des Motorradhelms auf Nummer sicher

HJC R-PHA MAX KlapplhelmDie Liste der Markenhersteller ist lang. agv, Lazer, BMW, Nolan, Schuberth, Shoei, Cadberg, FM, Nexo, Uvex, Takai, HJC, Shark und Suomy sind nur einige der namhaften Hersteller, die Motorradhelme auf den Markt bringen. Und bekanntlich wird es mit zunehmender Auswahl auch immer schwieriger, sich für ein Modell zu entscheiden.

Im Vorfeld ist es sehr sinvoll sich über die verschiedenen Arten von Motorradhelmen zu erkundigen. Zudem muss der Grundaufbau eines Motorradhelmes klar sein, um bei Visier und Kinnschutz gut informiert eine Entscheidung treffen zu können. Als kleiner Leitfaden rund ums Thema Motorradhelm soll nun dieser Ratgeber dienen.

Das Who-is-who der Motorradhelme

Sag mir, was du trägst – und ich sage dir, wie du fährst. So ungefähr scheint es in der Welt der Motorradhelme zuzugehen. Denn oft entscheiden Look und Stil über das Helmmodell. Folgend stellen wir die verschiedenen Motorradhelm-Arten vor.

  • Integralhelm – Die sicherste Variante ist der Integralhelm. Dieses Modell lässt sich Sommer wie Winter gut tragen und bietet Statistiken zufolge den besten Schutz bei Unfällen. Der Integralhelm ist auf den ersten Blick leicht zu erkennen, denn er ist die geschlossene Variante inklusive einem festen Kinnunterteil und Visier.
  • Klapphelm – Ähnlich ist der sogenannte Systemhelm (Klapphelm), der ein Youngster im Markt ist. Kinnschutz und Visier sind quasi aus einem Guss und lassen sich nach oben klappen. Tipp: Der Systemhelm (Klapphelm) ist gerade bei Brillenträger sehr beliebt.
  • Motorosshelm – Im Vergleich ein Bauteil weniger haben sogenannte Crosshelme oder auch Endurohelme genannt. Wie der Name schon vermuten lässt, kommen diese insbesondere bei Geländefahrten zum Einsatz. Genügend Frischluft ist so in jedem Fall gewährleistet und dennoch sorgt der Kinnbügel, der an Systemhelm und an Integralhelm erinnert, für einen entsprechenden Schutz. Achtung: Da ein Visier fehlt, gehört eine zusätzliche Motorradbrille zur Grundausstattung. Für eine klare Sicht – selbst wenn Matsch und Dreck umherwirbeln – sorgen Abreißvisiere.
  • Jethelm – Auch Jethelme oder Cityhelme verraten schon in ihrem Namen die eigentliche Nutzung: Für das Fahren in der Stadt sind sie geeignet – wenn überhaupt, denn Jethelme bieten von allen Modellen den geringsten Schutz. Sie haben keinen festen Kinnbügel und meist nur ein leichtes Visier, das nach unten hinten geöffnet ist. Ergo: Der Schutz bei einem etwaigen Unfall ist gering, bei Regen und Kälte ist die Gesichtsdusche gratis und auch die Motorradbrille darf nie vergessen werden.

Der Aufbau eines Motorradhelms – das darunter ist entscheidend

Motorradhelm innenJetzt mal Hand aufs Herz, sicherlich fällt der Blick bei der Suche nach einem geeigneten Motorradhelm nicht zunächst auf Prüfsiegel und Zertifikate, sondern auf die Optik des Motorradhelms. Dabei gibt es sowohl die schlichten, einfarbigen Klassiker als auch aufwendig lackierte Motorradhelme. Bei wahren Motorradfans findet man den ein oder anderen individuell gestalteten Motorradhelm im Schrank und auch im Motorrad Rennsport haben individuelle Lackierungen längst Einzug gehalten.

Doch nun soll nicht die Farbe im Fokus stehen, sondern quasi das Innenleben eines Motorradhelms. Die einzelnen Bestandteile können je nach Art des Helmes variieren, daher sind nicht alle im Folgenden aufgeführten Bestandteile immer zwingend ein Bauteil der jeweiligen Motorradhelm Variante:

1) Außenschale

Die Außenschale ist das wichtigste Schutzschild bei einem Aufprall, denn sie schützt bei einem Sturz den Kopf vor Stich- oder Stoßverletzungen. Zudem werden an der Außenschale die auf den Motorradhelm wirkenden Kräfte umverteilt. Dieses wichtige Schutzschild kann aus thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen gefertigt sein. Dabei hat jedes Material seine Vor- und Nachteile. Duroplastische Kunststoffe werden in sogenannten Glasfieberhelmschalen verwendet. Der Vorteil: Sie sind witterungsbeständig und können bei guter Pflege sehr alt werden.

Der Nachteil: Sie sind vergleichsweise schwer. Thermoplastische Kunststoffe (Polyacronat, Polyamid, Acryl-Butadien-Styrol) hingegen sind günstiger und leichter als Variante 1, allerdings reagieren Motorradhelme aus diesem Kunststoff sensibler auf Reinigungsmittel. Tipp: Hier muss Seifenwasser für die Reinigung ausreichen und nach maximal sechs Jahren muss ein neuer Helm her.

2) Innenschale

Die Innenschale sitzt noch näher am Kopf und besteht aus stark verdichteten Styropor. Sie ist in Maßen formbar, denn nur ein gut sitzender Helm ist auch ein gut schützender Helm.

3) Polsterungen

Innenpolster und Nackenpolster sind in erster Linie sicherheitsrelevante Bestandteile eines Motorradhelmes, auch wenn es im ersten Moment klingt, als käme es hier auf den Komfort an. Selbstverständlich muss ein Motorradhelm auch komfortabel sitzen und gut passen, daher sorgen Innenpolster für den perfekten Sitz des Helmes auf dem Kopf. Nackenpolster haben den Zweck, der Halswirbelsäule Schutz zu bieten.

4) Entlüftungsschlitze


Auch beim Motorradfahren gilt: Immer einen kühlen Kopf bewahren, daher sind Entlüftungsschlitze wichtig, damit die vom Kopf abgegebene Hitze sich nicht staut und, dass beispielsweise das Visier nicht beschlägt und damit die Sicht beeinträchtigt wird.

5) Visier

VisierEins vorweg: Nicht jeder Motorradhelm hat ein fest integriertes Visier. Ist das nicht vorhanden, so tut jeder Motorradfahrer gut daran, seine Augen mit einer entsprechenden Brille vor dem Luftzug, aber auch vor Insekten und Co. zu schützen. 
Visiere werden in der Regel aus Polycarbonat gefertigt.

Dieses Material splittert nicht, ist UV-unempfindlich und bietet damit einen adäquaten Schutz, insbesondere für die Augen des Fahrers. Wer sich für einen Helm mit Visier entscheidet, steht einmal mehr vor der Qual der Wahl, welches Visier nun das „Richtige“ ist.

  • Kratzfeste Visiere haben im Langzeittest besser abgeschnitten als nicht kratzfeste Varianten. Den wissenschaftlichen Beleg erbrachten hier die gemessenen Streuwerte.
  • Eine integrierte Antibeschlag-Beschichtung ist den gleichnamigen Folien vorzuziehen. Tipp: Wer plant, auch im Winter mit dem Motorrad zu fahren, kann ein beheizbares Visier testen.
  • Obgleich die Möglichkeiten farbiger Visiere unendlich zu sein scheinen, so sind sie nicht empfehlenswert, da die dunklen Varianten oft zu wenig und die hellen zu viel Licht hindurch lassen. Zudem ist keine rasche Anpassung an sich ändernde Lichtverhältnisse möglich.
  • Verspiegelte Visiere sind schlicht unpraktisch, denn sobald es dämmert, dürfen sie nicht mehr genutzt werden und auch bei einer Fahrt durch den Autobahntunnel können sie gefährlich werden.

6) Kinnriemen mit Schließsystem

Der Kinnriemen muss passen und darf nicht verrutschen. Das Schließsystem (Drucktaste, Ring-Verschluss, im Kinnunterteil integriert) muss so gestaltet sein, dass es auch mit Motorradhandschuhen zu öffnen ist.

Wie teuer ist ein sicherer und hochwertiger Motorradhelm?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn vor allem kommt es darauf an um welche Art von Motorradhelm es sich handelt. Jedoch lässt sich pauschal sagen, dass ein guter Motorradhelm nicht gerade günstig ist und man schon mindestens 150-200€ für einen Motorradhelm ausgeben sollte. Denn eines sollte man sich immer bewusst sein, ein Helm muss bei Stürzen mit dem Motorrad den Kopf schützen und vor schweren Verletzungen bewahren. Daher ist beim Kauf nicht immer der kleinste Preis entscheidend sondern die Sicherheit! Ein billiger Helm für 60€ kann diese Vorraussetzungen in den meisten Fällen nicht erfüllen.

Der Praxistest: So besteht ein Helm mit Bestnoten

Motorradhelm TestsEine theoretische Vorauswahl zum Modell sowie ein Preisvergleich sind in jedem Fall ratsam, doch letztendlich kommt es auf die Anprobe an. Und dafür muss Zeit eingeplant werden – mindestens zehn Minuten sollte der Helm auf dem Kopf sein, bevor entschieden werden kann, ob er die Wunschkriterien erfüllt.

Tipp: Nicht jeder Hersteller hat für jede Kopfform den richtigen Helm parat, daher ist es sinnvoll, sich nicht schon im Vorfeld auf eine Marke zu versteifen, die womöglich letztlich nicht passt. Folgendes ist bei der Anprobe des Motorradhelmes zu beachten:

  • Ein Motorradhelm soll eng sein, aber nicht unangenehm drücken. Das gilt für alle Polster, Riemen etc.
  • Ein Motorradhelm muss auch bei einer Erschütterung fest sitzen, daher ist Kopfschütteln bei der Anprobe ausdrücklich erwünscht.
  • Stichwort Pflege: Ist die Polsterung einzeln zu entnehmen? Wie ist der Helm zu reinigen? Diese Fragen rund um Wartung und Instandhaltung sind essentiell wichtig, um lang Freude am neuen Motorradhelm zu haben.
  • Praxischeck: Lassen sich Visier und Kinnschutz auch mit Handschuhen öffnen? Aus Sicherheitsgründen ist dies zwingend nötig – also: Handschuhe an und testen!
  • Ein Motorradhelm darf nicht zu schwer sein. 1,5 Kilogramm sind hier ein Richtwert für die obere Gewichtsgrenze eines Helmes.
  • Hat der Helm die erforderlichen Prüfzeichen? Folgt der Helm der europäischen Zulassungsvorschrift mit der Kennung ECE R 22.05, so haben Außen- und Innenhülle sowie Visier und Kinnriemen bereits den Qualitätscheck bestanden.
  • Eine Probefahrt ist die beste Möglichkeit, um den Helm auf etwaige Nebengeräusche hin zu testen. Dabei wird auch klar, ob die Entlüftungsschlitze ihre Aufgaben erfüllen oder vielleicht sogar unangenehm viel Luft an den Kopf durchdringt.

Motorradhelm-Marken – Welche Hersteller überzeugen?

Zahlreiche Hersteller haben Motorradhelme im Angebot. Um den Überblick zu bewahren, haben wir uns von motorradhelmtests.de auf die hochwertigsten und beliebtesten Anbieter konzentriert und diese mit ihrem besten Modell in der folgenden Tabelle vorgestellt.

Hersteller/VerkäuferArtMotorradhelm
X-LiteIntegralhelmX-802R Bluster
HJCJethelmR-PHA JET
NolanKlapphelmN104 Evo Action N- Com
O’nealMotocrosshelmSierra Adventure Enduro MX

Auf unserem Portal bekommen Sie alle nützlichen und wissenswerten Informationen über Motorradhelme und Co. Wir haben verschiedene Modelle ausführlich unter die Lupe genommen und stellen hier die besten Helme vor. Unter den Helmen im Test finden auch Sie den passenden Motorradhelm für Ihren Kopf!

Aber Achtung: Auch die restliche Schutzkleidung wie Motorradhandschuhe, Motorradjacke und Motorradstiefel sind wichtig, um bei einem Unfall unversehrt bald wieder aufs Motorrad steigen zu können.